Ein Besuch bei Partnern

Die Leitstelle Tirol ist für uns in der Bergrettung einer unserer wichtigsten Partner. Über die Leitstelle erfolgen die Alarmierungen zu unseren Einsätzen. Dass unsere Kommunikation reibungslos klappt ist deshalb eine der Grundvoraussetzungen für unsere Arbeit. Aber um die Arbeit gut zu machen braucht es noch wesentlich mehr.

Gestern durften wir die Leitstelle Tirol, in unmittelbarer Nachbarschaft unserer Ortstelle gelegen besuchen und uns über aktuelle Abläufe austauschen. Ein Neues Notrufabfragesystem der Leitstelle bringt seit Kurzem nämlich auch für unsere Alarmierungen neue Einsatzcodes. Was wurde eigentlich beim Notruf aufgenommen, wenn in unserem SMS „akut“ erscheint. Was bedeutet „geringfügig“? Warum sind die Angaben zum Einsatzort manchmal nicht vorhanden? Welche Zusatzinformationen liegen in der Leitstelle vor, die wir abrufen können? Welche Alternativalarmierungen gibt es? Und wie werden die Anrufe in der Leitstelle geroutet?

Gleichzeitig bietet sich für uns bei solchen Gelegenheiten auch die Möglichkeit, aktuelle Alarmierungen zu hinterfragen. Warum wird der Kärntner Steig üblicherweise als Notfallort Langer Sattel angegeben? – Weil im Kartenmaterial der Leitstelle nur Langer Sattel oder Schmidhubersteig zur Auswahl stehen oder eine GPS-Position, das konnten wir gestern live sehen und haben besprochen, wie wir aus unserer Sicht fehlende topographische Angaben melden können. Wir konnten auch in der Einsatzdokumentation aufklären, warum wir bei einem rezenten Einsatz in Mutters nicht informiert waren, dass der C1 bereits im Anflug ist. Und wir konnten live ausprobieren, wie Notrufe mit der Notfall-App in der Leistelle angenommen werden oder welche Signalisierungen es bei Sprechwünschen über unsere Digitalfunkgeräte mit der Leitstelle gibt.

Wichtig für uns war auch die Information über eine neue Möglichkeit zur Standortbestimmung mittels GPS. Bisher war es notwendig, das Notfall-App der Bergrettung herunterzuladen oder die Personen am Berg telefonisch anzuleiten, die GPS-Position ihres Handys manuell auszulesen. Nun gibt es auch eine Möglichkeit, den Personen per SMS einen Link zukommen zu lassen, der für 15 Minuten ein Live-Tracking ihres Handys durch die Leitstelle zulässt. Das kann uns die Arbeit bei Sucheinsätzen erleichtern, wo schlechte Netzabdeckung für Handys gegeben ist, aber die Abdeckung für eine Internetverbindung kurzzeitig ausreicht. Weiterführende Informationen dazu und zu anderen Neuerungen in der Leitstelle finden sich auch in deren Mitteilungen „Alarm-Zeit“ zum Nachlesen. Wir empfehlen natürlich weiterhin allen Menschen am Berg die Installation der Notfall-App am Smartphone, die im Bedarfsfall schnelle Alarmierung und genaue Lokalisierung zulässt.

Anschließend durften wir uns auch noch über Realitäten des Arbeitsalltags wie Arbeitsbelastung, Pausen, Schichtdienste, Ausfallebenen und Ähnliches austauschen. Für das bessere Verständnis darüber, wie die Partnerorganisation arbeitet sind solche Fragen sehr wichtig. Für uns war der Besuch auch deshalb besonders informativ, weil mit Manuel und Klemens als Mitarbeiter der Leitstelle Tirol gleich zwei Bergretter für unsere Fragen zur Verfügung standen und sich freundlich und kompetent um unsere Anliegen kümmerten. Daraus ergibt sich auch ein gutes Verständnis unserer Anliegen, beispielsweise zu Fragen betreffend Sprechwünsche mit der Leitstelle, Sprechgruppen oder Live-Tracking von Handfunkgeräten. Auch die Praxis der Statusmeldungen stößt bei Personen, die selbst mit der Materie befasst sind auf mehr Verständnis als die reine Theorie manchmal vorgibt. Für uns war der Besuch informativ und wir fühlten uns bestens betreut – und unsererseits hoffen wir damit auf weiterhin gute und noch bessere Abwicklung der gemeinsamen Kommunikation im Einsatzfall! (gebi)