Kein Einsatz gleicht dem anderen

 

Mit der Zeit bekommt man im Bergrettungsdienst eine gewisse Routine, gerade in einer Ortsstelle mit vielen Einsätzen wie Innsbruck. Und gleichzeitig muss man doch feststellen, dass kein Einsatz dem anderen gleicht. Jeder birgt wieder neue Überraschungen auf die man sich einstellen muss. Aus den vergangenen Tagen:

Am 11.9. stürzte ein Mountainbiker in der Nähe des Stangensteigs. Dabei stürzte er unglücklich über etwa zehn Meter über ein Felswandl ab. Er zog sich an beiden Beinen Rissquetschwunden zu, außerdem eine Handverletzung. Die Bergrettung Innsbruck half ihm bis zur Übergabge an den Rettungswagen. Ansprechbare Patienten, die Unterstützung beim Abtransport brauchen sind natürlich (und glücklicherweise) ein Großteil der Arbeit in unseren Einsätzen. Anders am 16.9. – einem schönen Sonntag Vormittag. Die Meldung “vitalbedroht” bei einem Einsatz verheißt natürlich ein ganz anderes Einsatzgeschehen, und so war es dann auch. Ein Mountainbiker war beim Aufwärtsfahren oberhalb des Höttinger Bildes zusammengebrochen. Eine medizinisch gut ausgebildete Passantin hatte unmittelbar mit der Reanimation begonnen. Die Crew des ebenfalls alarmierten Notarzthubschraubers C1 war schnell vor Ort und konnte die Reanimation professionell fortsetzen. Für uns war klar, dass wir so schnell wie möglich zum Notfallort kommen müssen. Dort angekommen bat das C1-Team um liegenden Abtransport, der unter Reanimation und mit Unterstützung des Dienstführers des Roten Kreuzes durchgeführt wurde. Ein liegender Abtransport unter Reanimationsbedingungen ist für uns BergretterInnen nicht sehr häufig, weil wir nur unter seltenen Umständen noch zu laufenden Reanimationen hinzugerufen werden. Hier war dies allerdings der Fall und alle Rettungskräfte haben sich nach besten Kräften um den Patienten bemüht.

Am 19.9. schließlich endeten zwei Einsätze noch bevor sie begonnen haben: Im Ullwald bei Igls wurden wir durch die Polizei zu einer Suchaktion gebeten, die Person wurde jedoch von einem Passanten schnell aufgefunden. Am Stangensteig brach ein Wanderer zusammen und war nur teilweise ansprechbar. Dieser Einsatz konnte vom Notarzthubschrauber erledigt werden und unser Einsatz wurde storniert. Am Abend schließlich wieder eine Standardmeldung für uns: ein erschöpfter Wanderer auf der Seegrube, der die Gondel versäumt hatte. Nach genauer Abklärung stellte sich heraus, dass er wirklich sehr erschöpft war, und bei der Abfahrt — ich erspare die Details, jedenfalls war im Anschluss das Fahrzeug zu reinigen.

Und weil viele Einsätze nicht genug für uns sind: Gestern Mittwoch beispielsweise wurde durch zwei Bergretter der Kavernenschacht Patsch des Brennerbasistunnels wieder einmal besichtigt um zu besprechen, wie die Vorhaltung der dortigen Rettungsausrüstung zukünftig geschenen soll um die Auflagen des TÜV zu erfüllen. Ein weiterer Bergretter war mit drei AnwärterInnen im Klettergarten, um für die Anwärterüberprüfung zu üben. Und während andere das Material vervollständigen, das bei den vergangenen Einsätzen kaputt gegangen ist und die letzte Assistenz für die Bergrettung Axams bei einem Ambulanzdienst erst einige Tage zurück liegt organisieren wir schon wieder den nächsten Ambulanzdienst am kommenden Samstag Vormittag auf der Nordkette beim dortigen Vertical. Über die Interessenten, die kommende Woche auch nach diesen Nachrichten noch zum Vorstellungsabend kommen freuen wir uns übrigens besonders! (gebi)