Zum Abschluss des einsatzreichen Winters 2011/2012 fand von 19.4. - 22.4.2012 das Ausbildungswochenende der Bergrettung Innsbruck statt. Neben einigen Gipfeln der Ötztaler Alpen standen Spaltenbergung, Lawinensuche und Orientierung auf dem Programm.
Von den Rofenhöfen in Vent ausgehend stiegen 12 Bergretter der Bergrettung Innsbruck auf die Vernagthütte auf 2755m auf. Diese diente in den nächsten vier Tagen als Stützpunkt für die weiteren Touren- und Ausbildungsaktivitäten. Bei besten Tourenverhältnissen und einigen Zentimetern Neuschnee stiegen die Bergretter am nächsten Tag auf den Fluchtkogel (3500m) auf. Die Abfahrt erfolgte südöstlich des Gipfels durch fast perfekten Pulverschnee. Ein Teil der Gruppe stieg anschließend noch auf die Kesselwandspitze (3414m) auf. Am Abend folgte ein theoretische Ausbildungsteil zum Thema Orientierung im Gelände, während es draußen zu schneien begann.
Nach den starken Schneefällen in der Nacht, war am Samstag Morgen das Wetter wieder sonnig - für Sonntag war allerdings Schneefall angesagt. Aus diesem Grund wurde das Tourenziel kurzfristig geändert und die Besteigung der Wildspitze (3770m) um einen Tag vorgezogen. Der Aufstieg zum Brochkogeljoch (3423m) erfolgte über den kleinen Vernagtferner, der mit dreißig Zentimetern Neuschnee bedeckt war. Vom Brochkogeljoch ging es weiter nach Osten zum Gipfelanstieg der Wildspitze. Um 11:20, nach 3:20 Gehzeit erreichten die Bergretter als erste an diesem Tag, bei strahlendem Sonnenschein den Hauptgipfel der Wildspitze. Aufgrund des starken Winds wurde von der anschließend geplanten Besteigung des Brochkogels abgesehen. Es folgte die Abfahrt entlang der Aufstiegsroute bis kurz unterhalb der Vernagt Hütte. Wieder boten sich, zur Freude aller Beteiligten, fantastische Tiefschneeverhältnisse. Nach kurzer Diskussion wurde während des Aufstiegs zur Hütte, aufgrund der guten Verhältnisse, beschlossen zuvor noch auf die mittlere Guslarspitze (3126m) aufzusteigen. Um 14:43 wurde nach weiteren 500hm Aufstieg die mittlere Guslarspitze erreicht. Es folgte die Abfahrt zur Vernagt Hütte, während sich das Wetter abermals verschlechterte. Kurz nach Ankunft bei der Hütte begann es zu schneien.
Am Sonntag morgen boten sich triste Wetterverhältnisse bei teilweiser akuter Lawinengefahr. Aufgrund der schlechten Sicht wurde die Besteigung der Hochvernagt Spitze abgesagt und entschlossen nach dem Frühstück ins Tal abzufahren. Nach den ausgiebigen Schneefällen der vergangenen Tage war nun die Abfahrt bis zu den Rofenhöfen ohne weiteres möglich.
Trotz der Anfangs schlechten Wetterprognose konnten fast alle geplanten Aktivitäten bei perfekten Verhältnissen und mit der Begeisterung aller Beteiligten umgesetzt werden.
Vielen Dank dem Hüttenpächer Martin Scheiber, dem Oberkellner Jan und dem gesamten Vernagthütten- Team für die hervorragende Bewirtschaftung und Verköstigung.