Gewitter am Berg

Letzte Woche wurde die Bergrettung Innsbruck von zwei Personen alarmiert die sich bei herannahendem Gewitter noch auf dem Innsbrucker Klettersteig befanden und aufgrund der bedrohlichen Lage Hilfe benötigten. Sie wurden schlussendlich unter Einsatz des Rettungshubschraubers C1 und des Hubschraubers des Innenministeriums gerettet. Berichte über diese Rettung gingen durch die heimischen Medien. Doch wie verhält man sich richtig, in solch bedrohlichen Wettersituationen im Hochgebirge.

Die besten Maßnahme ist es zu vermeiden überhaupt mit einem Gewitter im alpinen Gelände konfrontiert zu werden. Besonders im Hochsommer ist die Gefahr von Wärmegewittern besonders groß. Um sich einen Eindruck vom zu erwartenden Wetter zu machen gibt es eine Reihe guter Quellen, nur bedingt geeignet sind Wetterapps die versuchen den gesamten Tagesverlauf mithilfe eines einzigen Icons darzustellen. Gute Quellen für das zu erwartende Wettergeschehen sind der Wetterbericht der ZAMG (www.zamg.ac.at) oder besonders für das Wetter in den Bergen der Alpenvereinswetterbericht (www.alpenverein.at/portal/wetter/index.php). Auch ein früher Start kann die Gefahr in ein Wärmegewitter zu geraten minimieren, denn diese treten häufig erst am Nachmittag auf.

Doch was tun wenn man trotzdem von einem Gewitter in den Bergen überrascht wird. Sollte sich eine Wetterverschlechterung abzeichnen, ist es ratsam abzusteigen und Schutz zu suchen. Im Falle des Innsbrucker Klettersteigs sind die einzig wirklich geeigneten Möglichkeiten nur am Anfang und Ende der beiden Sektionen. In manchen Führern sind zwar die Notausstiege des Klettersteigs eingezeichnet, dieses sind aber für den „normalen“ Klettersteiggeher nicht zu empfehlen – schon oft sind Personen, die den Notabstieg gesucht haben, erst recht in eine Notlage geraten.

Am besten schützt man sich in geschlossenen Gebäuden mit Blitzableiter, auch Biwackschachteln sind meist so angelegt, dass sie vor den Gefahren eines Blitzschlags schützen sollten. Hier ist es aber auf jeden Fall ratsam sich von den Wänden des Gebäudes fernzuhalten – vor allem wenn dieses zum Teil aus Metall besteht. Metall ist aber nicht per se schlecht, ähnlich wie ein Auto kann eine Biwackschachtel die an allen sechs Seiten aus Metall besteht als Faradayscher Käfig dienen und so den Strom über die Außenwände ableiten – ohne Gefahr für Personen im Inneren.

In Freien gibt es keinen Schutz vor Gewittern, es gibt nur Orte die weniger gefährlich sind als andere. Zu den besonders gefährlichen Orten zählen exponierte Standorte wie Gipfel und Grate. Auch Metallgipfelkreuze und vor allem Klettersteige stellen eine besondere Gefahr dar. Wer sich bei einem Gewitter in einem Klettersteig befindet, sollte auf jeden Fall etwas entfernt vom Drahtseil Schutz suchen!

Wer sich bereits in tieferen Lagen befindet kann im Wald Unterschlupf suchen. Hier sollte aber mindestens ein Abstand von 10m zum Waldrand eingehalten werden. Auch Seilbahnen können Gefahren mindernd wirken. Allerdings sollte unbedingt ein Sicherheitsabstand zur nächsten Stütze gehalten werden.

Die größte Gefahr bei einem nahen Blitzeinschlag ist der Spannungsunterschied zwischen Teilen des eigenen Körpers oder zwischen mehreren Personen die sich berühren oder nah beeinander stehen. Ein großer Fehler wäre es sich also flach auf den Boden zu legen und zu hoffen, dass einen kein Blitz trifft, den der Stromfluss eines nahen Blitzes würde von Kopf bis Fuß durch den Körper fließen (genauer gesagt über die Haut). Die Richtige Position um ein Gewitter zu überdauern ist in der Hockestellung mit möglichst geringem Beinabstand und einem gewissen Sicherheitsabstand zu anderen Personen!

Ob man ein Handy bei sich hat oder nicht spielt keine Rolle während eines Gewitters, auch das Sprichwort mit den Eichen und Buchen hat keine Relevanz.

Teile dieses Artikels beziehen sich auf Informatioen der AUVA, auf deren Webseite findet man noch weitere Verhaltenstipps: https://www.auva.at/portal27/auvaportal/content?contentid=10007.783096&viewmode=content (dax)